Über den Wärmepumpenrechner
Diese Website hat zum Ziel, den Einsatz einer industriellen Großwärmepumpe im Rahmen einer ersten Abschätzung
zu bewerten. Hierfür werden die technischen Eigenschaften, die Wirtschaftlichkeit sowie die ökologischen
Auswirkungen des Einsatzes abgeschätzt. Zur Berechnung gelangen Sie über das Drop-Down Menü.
Die Ergebnisse sollen eine erste Idee über die Sinnhaftigkeit des Einsatzes
liefern, jedoch sind diese nicht für eine konkrete Planung oder gar die Umsetzung eines solchen Vorhabens geeignet.
Für alle Eingabefelder sind Standardwerte oder Näherungsgleichungen hinterlegt.
Das bedeutet: Sie können vorhandene Informationen direkt eintragen – oder die voreingestellten Werte nutzen.
Wenn Sie Felder unverändert lassen (auch wenn dort eine 0 steht), wird automatisch eine passende Näherung verwendet.
Bitte beachten Sie außerdem, dass Dezimalzahlen mit Punkt statt Komma einzugeben sind (z.B. 3.5 statt 3,5).
Im
Folgenden werden die Inhalte und der Aufbau der Website genauer erklärt. Bei Anmerkungen nehmen Sie gerne Kontakt auf.
Informationen zur technischen Bewertung
Mithilfe der eingegebenen Wärmequellen- und Wärmesenkentemperaturen werden in einem ersten Schritt die Kältemittel
identifiziert, die sich aufgrund Ihres Betriebstemperaturbereichs eignen. Der Betriebstemperaturbereich wird gemäß
der VDI-Norm 4646 [1] ermittelt. Im zweiten Schritt kann aus den Vorschlägen ein Kältemittel ausgewählt werden.
Anschließend werden auf Grundlage der vorgegebenen Temperaturen, des gewählten Kältemittels sowie der gewünschten Nutz- oder
Abwärmeleistung für einen einstufigen Kreisprozess die Wärmeströme der Quelle und Senke, die
entsprechenden äquivalenten Wassermasseströme, die elektrische Verdichterleistung, der COP sowie der Carnot-COP
und der Gütegrad mithilfe von CoolProp-Daten berechnet. Mehr Informationen zu CoolProp erhalten Sie im Impressum.
Dargestellt werden die Ergebnisse in einem log(p)-h-Diagramm und einem Schaltbild.
Für die Berechnungen wird von einer Überhitzung von 5 K nach dem Verdichter, sowie einer Grädigkeit von ebenfalls 5 K
für beide Wärmeübertrager ausgegangen.
Informationen zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit
Zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit der potenziellen Anlage werden zunächst mögliche Investitions- und Betriebskosten
ermittelt werden. Diese können entweder direkt vorgegeben werden oder alternativ mithilfe einer hinterlegten
Näherungsformel hinterlegt werden. Die Nutzleistung der Wärmepumpe muss hierfür mindestens 500 kW und darf maximal 100 MW
betragen. Dies resultiert aus den hinterlegten Näherungsgleichungen. Zur Abschätzung der Investitionskosten kann mithilfe der in [2] vorgestellten
Grafiken in Abhängigkeit vom Leistungsbereich und der Art der Wärmequelle eine Annahme getroffen werden. Um die
Betriebskosten abzuschätzen, werden die in [3] ebenfalls leistungsabhängigen Werte verwendet. Anschließend wird
gemäß [4] eine Szenarioanalyse und eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Zudem werden die Wärmegestehungskosten
berechnet. Abschließend werden Förderungen nach der BEW-Förderung nach Modul 2, bzw. 3 zur Förderung von
Einzelmaßnahmen sowie nach Modul 4 zur Förderung von Betriebskosten [5], sowie die Möglichkeit einer Förderung nach
KWKG [6] betrachtet. Hier bleibt zu beachten, dass dies lediglich zur Abschätzung dient und ein reales Fördervolumen
von der Abschätzung abweichen kann. Insbesondere die Feststellung der Förderfähigkeit nach KWKG erweist sich als zu
komplex und anlagenspezifisch, um diese mit wenigen Informationen zuverlässig bestimmen zu können.
Informationen zur ökologischen Einordnung
Zur Einordnung des ökologischen Nutzens werden die CO2-Emissionen der potenziellen Wärmepumpe mit denen
einer Referenzwärmeversorgung verglichen. Für die Wärmepumpe werden die strombasierten CO2-Emissionen
in Abhängigkeit der Energiequelle mit den zugehörigen primär energiebezogenen Emissionsfaktoren bzw. deren
CO2-Äquivalent gemäß [7] und [8] betrachtet. Als Referenzfall wird eine erdgaskesselbasierte Wärmeversorgung
herangezogen. Um eine Einschätzung über den Einfluss des Kältemittels zu geben, werden darüber hinaus noch die
Sicherheitsgruppe, die atmosphärische Lebensdauer und das Global Warming Potential nach [1] angegeben.
Quellen
[1] VDI 4646 - Entwurf (2024).
Anwendung von Großwärmepumpen.
[2] Pieper, Henrik et al. (2018).
Allocation of investment costs for large-scale heat pumps supplying district
heating. Energy Procedia. Abgerufen von
https://doi.org/10.1016/j.egypro.2018.07.104
[3] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (2024).
Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) -
Modul 4: Berechnungstool Wirtschaftlichkeitslückenberechnung - Wärmepumpe (XLSX). Abgerufen von
https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Waermenetze/Effiziente_Waermenetze/effiziente_waermenetze_node.html
[4] DIN EN 17463 (2021).
Bewertung von energiebezogenen Investitionen (VALERI)
[5] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (2024).
Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Abgerufen von
https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Waermenetze/Effiziente_Waermenetze/effiziente_waermenetze_node.html
[6] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (2018).
Merkblatt für innovative KWK-Systeme.
[7] Lauf, Thomas et al. (2022).
Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger 2021 - Bestimmung der vermiedenen
Emissionen im Jahr 2021. Reihe Climate Change | 50/2022. Umweltbundesamt, Dezember 2022. Abgerufen von
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/emissionsbilanz-erneuerbarer-energietraeger-2021
[8] Icha, Petra et al. (2023).
Entwicklung der spezifischen Treibhausgas-Emissionen des deutschen Strommix in den
Jahren 1990 - 2022. Reihe Climate Change | 20/2023. Umweltbundesamt, Mai 2023. Abgerufen von
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/entwicklung-der-spezifischen-treibhausgas-9
[9] Statistisches Bundesamt (Destatis) (2024).
Erdgas- und Stromdurchschnittspreise. Abgerufen von
https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Erdgas-Strom-DurchschnittsPreise/_inhalt.html (Stand: 27.03.2024)
[10] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (2018).
Merkblatt für innovative KWK-Systeme.
[11] Juhrich, Kristina (2022).
CO2-Emissionsfaktoren für fossile Brennstoffe. Reihe Climate Change | 28/2022. Umweltbundesamt, Juni 2022. Abgerufen von
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/co2-emissionsfaktoren-fuer-fossile-brennstoffe-0
[12] ISO 817 (2014).
Refrigerants - Designation and safety classification.